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12. Juni 2022
 

Stemweder Berg: Meister Griebel meldet sich zurück

Marijan Griebel

Marijan Griebel gewinnt nach taktischer Meisterleistung ADAC Rallye Stemweder Berg, den dritten Saisonlauf, der aktuelle Deutsche Meister feiert in Ostwestfalen ersten Saisonsieg.

Christian Riedemann zeigt als Zweiter starkes Saisondebüt in der DRM. Zahlreiche Zuschauer sahen in allen Klassen höchstspannenden und spektakulären Rallye-Sport.

Das war eine taktische Meisterleistung. Nach einem ganz starken Finish gewann der aktuelle DRM-Champion Marijan Griebel mit seinem Beifahrer Tobias Braun die ADAC Rallye Stemweder Berg und feierte damit seinen ersten Saisonsieg. Der 33-Jährige lag bis kurz vor Schluss in Schlagdistanz hinter dem Führungs-Duo und schlug dann eiskalt zu. In der vorletzten Wertungsprüfung übernahm Griebel im Citroen C3 Rally2 erstmalig die Führung, die er mit einem knappen Sieg im letzten Streckenabschnitt verteidigte.

«Das Auto lief sehr gut und ich habe immer an einen Sieg geglaubt. Allerdings ist heute Morgen während des Wettkampfs die Mutter vom Haubenhalter verloren gegangen, die Haube kam hoch und ich konnte kaum noch etwas sehen. Aber in den letzten beiden Wertungsprüfungen lief es fantastisch und ich konnte meine Konkurrenten noch abfangen. Die nächsten beiden Rallyes sind für mich praktisch Heimspiele. Ich wohne dort in der Nähe und will vor heimischem Publikum wieder erfolgreich sein», sagte der Last-Minute-Sieger nach seinem Erfolg.

Mit einem Rückstand von 4,6 Sekunden wurde Christian Riedemann Zweiter und zeigte bei seinem Saisondebüt in der Deutschen Rallye-Meisterschaft mit seinem neuen Beifahrer Nico Otterbach im neuen Hyundai i20 N Rally2 eine ganz starke Leistung.

«Für mich fühlt sich der zweite Platz wie ein Sieg an. Ich bin die ersten beiden Rallyes nicht mitgefahren und bei meinem ersten DRM-Einsatz mit einem neuen Beifahrer und einem neuen Auto angetreten. Dafür lief es fast perfekt. Meine Gegner haben wesentlich mehr Wettkampf-Praxis, trotzdem konnte ich sehr gut mithalten und habe bis kurz vor Schluss Chancen auf den Sieg gehabt. Mein Ziel war ein Podiumsplatz, aber dass es so knapp wurde, ist umso schöner», erklärte Riedemann nach seinem gelungenen Saison-Einstand.

Tabellenführer Philip Geipel musste dagegen mit seiner Co-Pilotin Katrin Becker-Brugger im Skoda Fabia Rally2 Evo nach zwei Erfolgen die erste Saison-Niederlage bei der Deutschen Rallye-Meisterschaft einstecken.

Geipel: «Nieveau sehr hoch»

«Das Niveau ist extrem hoch, kleine Fehler werden sofort bestraft. Wir haben einmal eine falsche Reifenwahl getroffen und dadurch viel Zeit verloren. Mit Platz drei sind wir aber sehr zufrieden, denn hier fährt die Deutsche Rallye-Spitze“, so Philip Geipel, der seine Führung in der Top-Klasse verteidigte. Gegen dieses starke Trio hatte die Kombination Julius Tannert und Frank Christian im VW Polo GTI R5 an diesem Wochenende keine Chance und belegte in der Endabrechnung Rang vier. Dahinter beendeten Björn Satorius und Hanna Ostlender die ADAC Rallye Stemweder Berg im Cockpit des Ford Fiesta Rally2 als Fünfte.

Auch in der Klasse DRM2 war der Ausgang bis zur letzten Sekunde offen. Das Duo Martin Christ und Heinke Möhrpahl konnte sich schließlich mit dem Opel Corsa Rally4 in der finalen Wertungsprüfung durchsetzen. «Beim Start ist heute das Auto ausgegangen, wir haben uns beim Rundkurs im ersten Durchlauf gedreht und insgesamt 20 Sekunden verloren. Hinten heraus konnten wir sehr gut aufholen und einen nicht mehr für möglichen Sieg einfahren. Der wird jetzt gefeiert», versprach Martin Christ.

Die zweitplatzierten Raffael Sulzinger und Beifahrerin Lisa Kiefer (Ford Fiesta Rally4) freuten sich trotz des knappen Ausgangs über ihr Ergebnis. Raffael Sulzinger: «Ich habe mir die Zeit der vorletzten Prüfung nicht angeschaut, weil ich mich nicht verrückt machen wollte. Das hat leider nichts genützt, trotzdem sind wir unter dem Strich sehr zufrieden.» Rang drei belegte die Kombination René Noller und Anne Katharina Stein im Opel Corsa Rally4.

In der Gentlemen Trophy behielt die Kombination Dennis Rostek und Michael Wenzel im Skoda Fabia R5 ihre weiße Weste und ist nach dem dritten Sieg in Folge weiter ungeschlagen. Dennoch war es ein hartes Stück Arbeit für das Erfolgs-Duo. «Es war mental eine der schwersten Rallyes, die ich je gefahren bin. Wir hatten viele Probleme, zwei Reifenschäden, am Ende ist uns die Kupplung eingegangen. Dazu die vielen Leute aus der Heimat, die einen Sieg von uns erwartet haben. Ich bin heilfroh, dass wir im Ziel sind und zum dritten Mal ganz oben auf dem Treppchen stehen», sagte ein sichtlich erleichterter Dennis Rostek. Die DRM Classic gewannen Walter Gromöller und Philipp Musholt im Opel Ascona 400.

Den ADAC Opel e-Rally Cup, der vor einem Jahr bei der ADAC Rallye Stemweder Berg Weltpremiere feierte, gewannen Max Reiter und seine Beifahrerin Lina Meter.

Highlights der Rallye auf n-tv

Die Highlights der Deutschen Rallye-Meisterschaft sind exklusiv bei n-tv im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen. An jedem Wochenende nach den Rennveranstaltungen strahlt der Nachrichtensender das 30-minütige DRM-Magazin «PS – DRM Deutsche Rallye-Meisterschaft» jeweils am Samstagmittag und Sonntagmorgen aus. Alternativ dazu kann das Magazin in der Mediathek von n-tv oder der Streamingplattform RTL+ jederzeit kostenlos abgerufen werden.

 

Stand nach 3 von 13 gewerteten Prüfungen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Zeit

1

Griebel/Braun (D), Citroën

1:28:24,5

2

Riedemann/Otterbach (D), Hyundai

+ 4,6

3

Geipel/Becker (D/A), Skoda

+ 7,4

4

Tannert/Christian (D), VW

+ 30,7

5

Satorius/Ostelnder (D), Ford

+ 38,0

6

Dinkel/Winklhofer (D/, Ford

+ 1:52.0

7

Sörensen/Kristensen (DK), Skoda

+ 3:47,2

8

Rostek/Wenzel (D), Skoda

+ 3:58,1

9

Berlandy/Schaaf (D), Peugeot

+ 5:27,6

10

Christ/Möhrphal (D). Opel

+ 7:01,9

 

DRM-Stand nach 3 von 7 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Geipel/Becker (D/A), Skoda

90

2

Tannert/Christian (D), VW

77

3

Dinkel/Winklhofer (D/D), Ford

63

4

Griebel/Braun (D), Citroën

61

5

Rostek/Wenzel (D), Skoda

41

6

Sartorius/Ostlender (D), Ford

36

7

Riedemann/Otterbach (D), Hyundai

27

8

Berlandy/Schaaf (D), Peugeot

22

9

Van Deyne/Verschuuren (NL/B), Hyundai

20

10

Weywers/Van Weeren (NL), Ford

19

 

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